Hallo Mitspringer,
etwas verspätet nun unser Blog für den Juli.
Der Juli war stressig! Da sind sich die Jugendlichen und Mitarbeiter von „mc mampf“ einig.
Gleich zu Beginn forderte die Projektwoche DDR (07. – 10. Juli) viel vom Team: Absprachen mussten vorbereitend getroffen werden, es wurden Kleidungsstücke, Haushaltsgegenstände, typische Rezepte aus der „Zone“ und viele Erfahrungen gesammelt.
Nach dem Zusammentragen kam dann die langwierige Aufgabe des Sichtens und Sortierens. Rezepte wurden berechnet und hitzig diskutiert. Konnte man der Kundschaft unserer Kantine wirklich eine Woche lange ein Essen vorsetzen, das viele heute nicht einmal mehr zu Hause kochen? Würden wir genügend Abnehmer finden? Kommt bei den Jugendlichen auch rüber, weshalb wir das machen? Das Improvisationstalent damals, als die Zutaten knapp waren. Die preisgünstigen Varianten vieler Speisen – zu Preisen, die heute unrealistisch sind.
Wie sich herausgestellt hat, waren die vielen Sorgen größtenteils unbegründet. So kostengünstig wie noch vor 20 Jahren sind die Zutaten selbstverständlich nicht mehr, aber die Speisen schmecken noch immer gut. Täglich gingen Leckereien wie bspw. Soljanka, Jägerschnitzel oder Grützwurst schneller weg als sonst das Standardangebot unserer Kantine. Alle Gäste unterhielten sich über die Gerichte von damals und die Umstände jener Zeit. Das blieb unseren Jugendlichen natürlich nicht verborgen, so wechselte man während des Verkaufs doch mehr Worte über das Angebot als für gewöhnlich. Auch das Wiedereinführen des Essenmarken-Systems wurde anfangs zwar kritisch begutachtet, weckte aber auch viele Erinnerungen und Emotionen, die mitgeteilt werden wollten.
Der Bereich „Fertigung“ sah sich und sein eigenes Projekt also als vollen Erfolg und konnte viel daraus gewinnen.
Die „Einkauf und Lieferservice“-Leute waren natürlich währenddessen nicht untätig. Es galt Speisekarten zu erstellen (auf vergilbtem Papier, mit Schreibmaschinenschrift und in Mark-Preisen), die Dekoration für die Kantine und den Schaukasten herzurichten sowie ein paar Erläuterungen zu Exponaten herauszusuchen. Ganz nebenbei liefen die Vorbereitungen der Modenschau natürlich auch.
Neben der Hektik der Projektwoche selbst mussten also noch Proben gemacht werden. Die Kleidung wollte gewaschen und gebügelt sein, die Musikbeschaffung stellte bei manchen Liedern eine kleine Hürde dar… die Liste ließe sich fortführen.
Und schließlich: Die Generalprobe. Sie hätte schlimmer nicht sein können.
Doch mit einem weisen Spruch seitens unserer Chefin, war die Motivation schnell wieder hergestellt. „Wenn die Generalprobe schief geht, dann wird die Aufführung super!“ Mit frischem Mut ging es also an die Verbesserungen.
Am 10. Juli, um 10:30Uhr war es dann so weit. Auf dem Innenhof der QAD mbH in Dresden wuselten unzählige Jugendliche mit blank liegenden Nerven rum. Das Publikum stand bereits wartend hinter der Absperrung, die den „Laufsteg“ markierte. Wer nicht aktiv an der Vorführung teilnehmen wollte, half im Hintergrund. Beispielsweise am Buffet oder der Tonanlage.
Die Moderatoren waren nicht weniger aufgeragt als die Models – und plötzlich war alles vorbei.
Es wurde viel gelacht, manches wurde wehmütig angesehen und andere „Bilder“ erzeugten einen kleinen Schauer aufgrund der Erinnerung an die vergangene Zeit. Eine ganz besondere Stimmung erfasste sowohl unsere Teilnehmer als auch die Zuschauer. Und für manche Mitarbeiter doch recht überraschend kam dann die Frage: Und wann machen wir die nächste Modenschau?
Hoffentlich nicht so schnell, dachten viele. Denn in solchen Momenten weiß man den Alltag zu schätzen. Wiederholen wollen wir es irgendwann trotzdem alle. Denn die 45Minuten machten sehr viel Spaß.
Anzusehen ist ein kleiner Ausschnitt unter http://www.regio-tv-stream.de/dresdenfernsehen/drehscheibe/?date=20090710 .